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Lexikon: Parodontologische Behandlung

Jeder Zahn ist über Bänder in seinem Knochenfach mit dem Knochen beweglich verankert. Beißen Sie auf einen Ihrer Zähne, so gibt der Zahn nach und bewegt sich in das Knochenfach hinein. Über dem Knochen, dem Zahn eng anliegend, befindet sich das Zahnfleisch, die Gingiva, mit einer Dicke von ca. 2-3 mm.

Sollten sich nun Beläge und Bakterien an diesem Zahn befinden, so können diese ohne weiteres mit der Bewegung unter das Zahnfleisch transportiert werden. Normalerweise macht das nichts, befinden sich dort doch körpereigene Abwehrzellen, die die Bakterien abtöten können. Werden Beläge und Bakterien aber zuviel, funktioniert diese Abwehr nicht mehr und die Gingiva löst sich vom Zahn. Es können dann Nischen, die s.g. Zahnfleischtaschen entstehen. Diese Taschen sind dann der Reinigung überhaupt nicht mehr zugänglich. Noch mehr Bakterien kommen hinzu und ihre Stoffwechselprodukte führen zu einer Entzündung dieser Region. Auf den mechanischen und bakteriellen Angriff reagiert der Kieferknochen (vereinfacht gesagt) mit Rückzug. Es kommt zum Knochenabbau. Damit verliert der Zahn seine Stabilität im Knochenfach und weicht plötzlich auch auf seitlichen Druck aus. Dies ähnelt einem Stock, der im Boden steckt, und durch seitliches Wackeln die Erde um sich herum trichterförmig erweitert, und damit noch lockerer wird. Lockert sich also der Zahn noch mehr, können sich auch noch mehr Beläge und Bakterien unter der Gingiva der Zahnwurzeloberfläche anlegen, was im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führt.

Die Entzündung des Zahnfleisches nennt man Gingivitis, wenn der Knochen an der Entzündung beteiligt ist, nennt man das Parodontitis (im Volksmund: Parodontose).

Ziel der Parodontitis-Behandlung ist der Erhalt des Zahnes durch die Beseitigung der Beläge, des Zahnsteines und vor allem der Bakterien, was besonders schwierig ist, denn es gibt nicht nur eine Bakterienform, sondern eine Vielzahl von Bakterienstämmen, die auch noch, wie neueste Untersuchungen zeigen, scheinbar miteinander kommunizieren können.

Rauchen – Alkohol - Parodontitis:

Wer tägl. bis zu 10 Zigaretten raucht, hat ein dreifach höheres Risiko an Parodontitis zu erkranken wie der Nichtraucher. Anders wie beim Nichtraucher bleiben die typischen Frühwarnzeichen wie Blutung, Schwellung aus. Es steigt das Risiko an Mundhöhlenkrebs zu erkranken um das vierfache und bei gleichzeitigem Alkoholkonsum sogar um das fünfzehnfache gegenüber dem Nichtraucher.

Methode der Parodontitisbehandlung:

Nach diversen Vorbehandlungen und Mundhygienemotivations-sitzungen, nach Erstellung eines s.g. PA-Planes für die Krankenkasse und, nachdem festgestellt worden ist, dass der Patient mund-hygienefähig ist, kommt die eigentliche Parodontitisbehandlung zum Einsatz:

Mittels eines speziellen Ultraschallgerätes und unter örtlicher Betäubung, wird der Zahnbelag (Kongremente) von den Wurzeloberflächen mechanisch abgetragen. Gleichzeitig werden die gelösten Beläge mittels Spülflüssigkeiten (bei uns Chlorhexidin und steriles Kochsalz) aus der zu säubernden Zahnfleischtasche herausgeschwemmt. Dieser Vorgang wird durchgeführt, ohne das Zahnfleisch vom Knochen zu lösen. Lediglich bei Rezidiven oder ab einer bestimmten Tiefe der Tasche muß das Zahnfleisch aufgeklappt werden.

Anstelle von Ultraschall, was in unserer Praxis verwendet wird, werden in anderen Praxen evtl. andere Mittel eingesetzt um die Beläge zu eliminieren. Diese Mittel können rein mechanisch arbeitende Geräte oder Laser-Geräte sein. Allen jedoch ist gemeinsam, dass sie zum Ziel haben, die Taschen zu reinigen. Alle diese Geräte konkurrieren in ihrer Effektivität untereinander, wobei die Wissenschaft noch nicht nachweisen konnte, dass das eine oder andere Gerät das Optimum wäre.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die für eine Parodontosebehandlung anfallenden Kosten, lediglich die Kosten der Vorbehandlung, ohne die eine Parodontosebehandlung nicht möglich ist, werden nicht übernommen (siehe auch: Professionelle Zahnreinigung). Auch weiterführende Behandlungen, die z.B. den verloren gegangenen Knochen wieder aufbauen, müssen privat in Rechnung gestellt werden.

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